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Ein gutes Gefühl klar - aber bitte erst nach dem Wettkampf

Wer kennt es nicht? Ein wichtiger Wettkampf steht kurz bevor und das Nervenflattern nimmt kein Ende. Unsicherheit, Stress, Druck. Und der Sportmoderator im Kopf beginnt zu rattern. "Ich muss ruhig bleiben. Wenn ich doch nur nicht so nervös wäre. Wie bringe ich diese Gefühle weg. Ich muss mich doch gut fühlen, um eine gute Leistung zu bringen".

Lassen Sie sich nicht täuschen. Schauen Sie genauer hin. Es ist nämlich in der Tat nicht dieses Gefühl selbst, welches Ihnen die wichtige Energie raubt, die Sie für einen scharfen Fokus brauchen. Vielmehr sind es all die bewertenden Gedanken, bzw. Aussagen Ihres inneren Sportmoderators dazu. Der ständige Kampf gegen das vermeintlich schlechte Gefühl sind die Stressoren, bzw. Stressverstärker, die für eine Leistungsminderung verantwortlich sind. Setzen Sie also nicht beim Inhalt, sondern bei der Verpackung an.

Was können Sie tun? Schritt 1. Nehmen Sie Ihren Zustand im Moment wahr ohne zu bewerten. Was passiert da grad in mir? Schritt 2. Reflektieren Sie Ihren Zustand, den Sie vor dem Wettkampf hatten danach und beginnen Sie zu differenzieren. Antriebslos ist nicht dasselbe wie apathisch. Übermütig ist nicht dasselbe wie hochnäsig. Lernen Sie sich immer besser kennen. So entwickeln Sie für die unterschiedlichen Schrauben auch die passenden Werkzeuge. Schritt 3. Benennen Sie die verschiedenen Schrauben für sich. Geben Sie den emotionalen Zuständen Begrifflichkeiten. Werden Sie immer genauer in der Wahrnehmung Ihrer emotionalen Zustände. Vermeiden Sie dabei Verallgemeinerungen wie "ein schlechtes Gefühl". Denken Sie die Sache zu Ende. Denn Klarheit ist Kraft. Wenn Sie klar sind, können Sie agieren. Schritt 4. Jetzt kommt die schöne Verpackung. Kreieren Sie ein Wortbild, dass Sie stärkt. Mit Wortbild sind die Gedanken und Bilder gemeint, die Sie mit einem gewissen Begriff von Ihnen assoziieren. Welche Bilder und Gedanken schiessen Ihnen zum Beispiel beim Wort Nervosität durch den Kopf? Verpatzte Auftritte, Blackouts, Fehler? Das muss nicht sein. Verbinden Sie also nach und nach Nervosität mit positiven Gedanken und Bilder wie zum Beispiel: Wachheit, Energiebereitstellung, Ausstrahlung etc. Schritt 5. Dies ist ein individueller Prozess, der auch konsequentes Training erfordert. Denn in der Drucksituation fallen Sie wieder auf Ihr sensomotorisches System zurück. Das heisst, sie führen aus, was Sie automatisiert haben. Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass in Rage besonders stark Dialekt sprechen? Dies ist das erwähnte Phänomen, das Sie auch im Sport immer wieder einholt und auffordert, ehrlich zu trainieren.

FAZIT: Das gute Gefühl sollten Sie nicht vor dem Start, sondern nach dem Wettkampf haben. Sorgen Sie vorher lediglich dafür, dass die "Verpackungen" Ihrer emotionalen Zustände bestärkend sind. Dadurch verhindern Sie, dass Sie sich selbst demontieren, sondern die Substanz abrufen können, die Sie im Training ja hoffentlich erschaffen haben.