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Mental- Tipp der Woche: Hör dir selbst zu

Wer kennt es nicht vor einem Wettkampf, einer wichtigen Präsentation, einem wegweisenden Gespräch. Immer wenn wir Leistung zu einem bestimmten Zeitpunkt erbringen müssen, kommt der Stress in Form einer sich anbahnenden Bedrohung dazu. Was, wenn ich`s vergeige? Im Training hat`s so gut geklappt, jetzt MUSS es einfach auch im Wettkampf klappen! Woher kommen sie, all diese Gedanken, die mich soviel Energie kosten, wenn ich gegen sie antreten muss. Woher kommen all diese Gedanken, die mir manchmal sogar den Schlaf rauben? Wo ich doch eigentlich weiss, dass meine Gedanken direkten Einfluss auf meine Leistung haben. Also MUSS ich positiv denken. Ok, "Ich bin Topfit", "Ich werde gewinnen", "Nichts kann mich aufhalten"!, entgegne ich den störenden Gedanken siegessicher. Aber belügst du dich so nicht einfach selber? Hier eine Schicht Make- Up, die meine Unsicherheit verbergen sollen, da eine Schicht. Schicht für Schicht auftragen, bis die ganze Angst, die ganze Unsicherheit über die bevorstehende Herausforderung verborgen ist und das Feeling endlich stimmt. Jetzt bist du bereit, jetzt kanns losgehen. Dann die erste Hürde, der erste Rückschlag, ein wenig Gegenwind und schwupps, weg ist das so lang und mühsam erkämpfte gute Gefühl. Und dann kommt die nackte Wahrheit ans Licht. Die Gesetze des Sports entlarven dich bei der erstbesten Gelegenheit. Der Sport zeigt dir deine Ehrlichkeit in reinster Form.

Versuch also erst gar nicht, irgendein Gefühl künstlich aufzubauen oder zu erhalten. Eine Emotion ist ein affektiver, ultrakurzer Gemütszustand, also im Grunde genommen schon wieder weg, wenn du beginnst, darüber nachzudenken. Vielmehr geht es darum, die Emotionen wahrzunehmen und zu nutzen, die gerade da sind. Emotionen sind unsere Helfer, auch diejenigen, die wir vielleicht als störend empfinden. Angst vor dem Wettkampf? Perfekt, sie hält dich wach, will dich beschützen, arbeite damit. Wann hast du dich das letzte Mal bei deiner Angst bedankt? Noch nie? Wann hast du dich das letzte Mal beim Glück bedankt? Schon bemerkenswert, wie wir ständig versuchen zu kontrollieren und uns zu manipulieren. Starte mal einen Versuch, wo du dir selbst einfach nur zuhörst, ohne eingreifen zu wollen, wie es doch richtig sein sollte. Nimm dich wahr wie du im Moment grad bist und starte so ins Training. Du wunderst dich, wie das gehen soll? Leistung erbringen, als einer, der gerade nervös ist und Angst vor der Aufgabe hat? Probier`s aus. Dieses Phänomen ist wissenschaftlich belegt. Mit dem Muskeltest zum Beispiel kann man den Effekt der Gedanken auf unseren Körper direkt sichtbar überprüfen und zeigen, dass die Gedanken nicht primär positiv, sondern vor allem ehrlich sein müssen, damit du daraus Kraft schöpfen kannst. Du wirst so mehr Leistung entwickeln können, als durch die geschminkte Selbstwahrnehmung.