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Mental- Tipp der Woche: Entwicklung durch Überforderung  - smart ist das neue hart

Jede zweite Woche präsentieren wir euch in unserem Blog offene Gedanken und Anregungen zu einem Aspekt des aktuellen Themas. Der heutige Beitrag, sowie die nächsten 3 drehen sich rund ums Thema "Verantwortung".

Entwicklung durch Überforderung  - smart ist das neue hart

Immer mehr Trainer und Coaches wenden in ihren Trainings und Coachings mittlerweile das Prinzip der Überforderung an. Demnach passiert Entwicklung in unserem Hirn am effektivsten, wenn der Mensch überfordert ist. Generiere bei dir aber auch bei deinen Athleten, durch gezielt ausgewählte Interventionen Überforderung im Training. Dabei passiert Entwicklung, die aber erst in der Regenerationsphase, analog dem Muskelaufbau, Lernen bzw. Substanzerweiterung zur Folge hat. Dies ist ein wichtiger Punkt in der Haltung, der auch dem Athleten klar sichtbar gemacht werden muss, damit nicht durch zuviel Frust die Butter gleich selbst wieder vom Brot genommen wird. Das Training ist für die Entwicklung da. Im Wettkampf geht es darum, abzuliefern. Fragt man erfolgreiche Sportler nach ihrem Geheimrezept kommt die Antwort oft simpler daher. "Das einzige Geheimnis ist harte Arbeit". Was heisst allerdings harte Arbeit? Heisst das, einfach mehr zu trainieren? Mehr Gewicht, mehr Wiederholungen, länger, intensiver? Dies ist sicherlich ein Teil von harter Arbeit, jedoch nur die halbe Wahrheit. Um einen Athleten aus seiner Komfortzone zu bringen, muss ich zuerst einmal verstehen, wie er tickt. Welche Persönlichkeitsstruktur hat der Athlet? In welche sensomotorische Struktur fällt er zurück, wenn er unsicher ist? Was sind seine Verhaltensmuster? Wenn du also ein Training ausserhalb der Komfortzone gestalten willst, ist es wichtig, die Methode zu differenzieren, bzw. bewusst zu wählen, wie du dies erreichen willst. In der Quantität bewegen wir uns diesbezüglich mehr oder weniger am Limit. Je höher das Level, umso weniger kannst du dir ein Wettbewerbsvorteil erschaffen, indem du einfach mehr trainierst. In der Steuerung sind also neue, innovative aber immer gezielte Methoden gefragt, die deine Trainingsqualität, sprich die Körperwahrnehmung deines Athleten fordern und fördern. Smart ist also das neue hart. Eine interessante Möglichkeit in diesem Bereich sind z.B. die Anwendung der verschiedenen Lernmodelle. Der Mensch lernt auf verschiedene Arten, die jeweils ihre Vor- und Nachteile haben. Dabei hat jeder Mensch im Laufe seiner Entwicklung ein dominantes Lernmodell verinnerlicht.  Bist du eher der Typ, der durch Versuch und Irrtum lernt? Also einfach mal machen? Oder lernst du über genaue Beobachtung am Modell? Oder lernst du am besten, wenn du genau und präzis angeleitet wirst? Je nach antrainiertem Lernverhalten ist es schwierig, einen neuen Bewegungsablauf, eine neue Technik oder das Optimieren einer bestehenden Technik über ein anderes Lernmodell anzugehen.

Welche Möglichkeiten hast du also, im Training gezielte Überforderung zu generieren? Mach dir als Beispiel dein eigenes oder das Lernverhalten deiner Athleten bewusst. Hast du das Prinzip einmal verstanden, kannst du Überforderung gezielt ansteuern über das Anwenden der verschiedenen Lernmodelle.